29:28 - Leipzig besiegt Göppingen knapp
Einen Start nach Maß legte Underdog Göppingen gegen den HC Leipzig aufs Parkett, 10:4 führte FAG nach einer Viertelstunde. Erst acht Minuten vor der Pause kamen die Sächsinnen allmählich ins Spiel, das zunehmend härter geführt wurde, wobei die Schiedsrichter ihre liberalen Linie beibehielten. Christine Dangel musste während der Partie genäht werden und Sara Holmgren benötigte am Ende Kühlung. Indessen holte Leipzig auf und kam nach dem 12:14-Pausenrückstand zum 16:16-Ausgleich (37.). Göppingen kämpfte sich nach dem 18:21 (43.) jedoch zum 24:24-Ausgleich und musste den Favoriten erst ziehen lassen, als Schülke in der Vorschlussminute einen Strafwurf von Schulz parierte. Stellbrink (7/4) und Dinkel (5) trafen für die Gastgeber am häufigsten, Leipzig hatte in Müller (10/4) seine erfolgreichste Schützin.

Göppingen gelang im vierten Saisonspiel gegen Leipzig ein konzentrierter Start, schnell führten die die Gastgeber mit 3:1. Der Serienmeister hatte den schwach gestarteten Achtplatzierten offenbar unterschätzt und manch einer fühlte sich ins letztjährige Pokalviertelfinale zurückversetzt, in dem Göppingen Leipzig das Riesa-Ticket wegschnappte. Der HCL geriet im weiteren Verlauf mit 4:10 (14.) in Rückstand. Schulz, Breidert und eine Trefferserie von Stellbrink hatten Leipzig vorerst distanziert. Danach hatten die Schwäbinnen zwar sieben Minuten Sendepause, doch die Aufholjagd der Gastgeberinnen blieb aus. Nach 22 Minuten war vielmehr Göppingen mit 11:6 vorn. Die lautstarke Kulisse spornte Göppingen an. Wenngleich sich am Ende der ersten Hälfte einige Konzentrationsschwächen einstellten, verteidigten die Frisch Auf Frauen ihre Führung. Eine hellwache Abwehr der Gastgeberinnen war die Grundlage, während Leipzig vor allem in der Deckung Engagement vermissen ließ.
Erst kurz vor der Pause kam Leipzig auf 14:12 heran. Vor allem über Strafwürfe war das Team von Heine Jensen, das aufgrund eines Göppinger Wechselfehlers in Überzahl geriet, erfolgreich, wobei einige Entscheidungen der Unparteiischen den Unmut der Göppinger Zuschauer erregten. Erst nach dem Wechsel agierte die Leipziger Deckung etwas besser. Zwar hatte Jessica Schulz beim 15:12 freie Wurfbahn, doch anschließend gelang Maria Kiedrowski und Sara Eriksson über die Flügel der 15:14-Anschlusstreffer (35.). Auch stießen die Leipzigerinnen nun häufiger in die Lücken der Göppinger Abwehr und erspielten sich dadurch weitere Strafwürfe. Anne Ulbricht gelang schließlich der 16:16-Ausgleichstreffer (37.). Göppigen konnte die Anlaufschwierigkeiten nach dem Wiederbeginn nicht so schnell ablegen und verbuchte zudem einige Holztreffer. Darüber hinaus verletzte sich Tine Dangel beim 17:16 am Knie und musste ausgewechselt werden. Die Partie war spannend geworden. Göppingen behielt zunächst das Heft in der Hand, aber die psychologischen Vorteile wanderten durch die Fehlwürfe der Hausherrinnen allmählich nach Leipzig, das durch Sara Eriksson nach 41 Minuten mit 20:18 vorn lag.

Ania Rösler führte in dieser kritischen Phase Regie aufseiten der Gäste, gleichzeitig war der Leipziger Fanblock erstarkt und peitschte seine Mannschaft nach vorn. Auch auf Katja Schülke war nun Verlass. Doch Göppingen hielt mit Treffern von Jessica Schulz beim 21:23 (48.) Anschluss und hatte nach einer beherzten Abwehraktion kurz darauf die Möglichkeit zum Anschlusstreffer, den Nicole Dinkel setzte. Göppingen war zusammengerückt, der 24:24-Ausgleich (52.) Stellbrinks war der Lohn. Im Leipziger Rückraum war allein auf Susann Müller Verlass, die beim 25:25 (54.) zum neunten Mal traf. Auch Sara Holmgren spielte beim 26:25 ihre Routine aus, die Leipziger Abwehr durchschaute manches Mal die Angriffsbemühungen der Gastgeberinnen und erspielte sich in der umkämpften Schlussphase leichte Vorteile. Allein gegen Dinkel und Stellbrink fand der Meister kein Mittel und so war auch vier Minuten vor Spielende beim Stand von 27:27 keine Vorentscheidung in Sicht. Leipzig ging zwar durch Ommudsen, Holmgren und Müller regelmäßig in Vorlage, doch Göppingen fand jeweils die Antwort in Form eigener Treffer zum Ausgleich. Erst als Katrin Schröder achtzig Sekunden vor dem Ende einen Strafwurf erkämpfte, den Schulz an Schülke vergab, geriet Leipzig auf die Siegerstraße und siegte letztlich dank des Siegtreffers von Kiedrowski knapp mit 28:29.
Stimmen zum Spiel:
Heine Jensen, Trainer HC Leipzig: "Dass wir glücklich sind über den Sieg, das ist klar. Wir sind hier letztes Jahr im Pokal ausgeschieden, wir wussten also, dass Göppingen eine gute Mannschaft ist. Wir haben das Spiel nicht leicht genommen und sind mit Respekt angereist. Das war eine harte Nuss zu knacken und das ist uns knapp gelungen. Glückwunsch für die tolle Leistung an die Göppingerinnen. In jedem Spiel gibt es kritische Phasen, die erste Halbzeit war nicht in Ordnung von uns, da waren wir zu langsam im Positionsangriff. Das haben wir in der zweiten Hälfte besser hinbekommen und auch unsere Deckung war besser. Am Ende haben meine Spielerinnen dann kühlen Kopf bewahrt."
Aleksandar Knezevic, Trainer Frisch Auf Frauen: "Ich bin nicht ganz zufrieden, aber es war eine klare Steigerung im Vergleich zu den letzten Spielen. Ich dachte die ganze Zeit, dass wir einen Punkt holen könnten. Am Ende hat Leipzig aber unsere Schwächen ausgenutzt, wir haben ein paarmal überhastet abgeschlossen und waren in der Deckung ein paarmal zu langsam. Es ist schade, dass wir am Ende ohne Punkt dastehen. Ich habe viele Gespräche gehabt in letzter Zeit, vor allem nach der Auftaktniederlage gegen Celle. Wenn wir kämpfen so wie heute, bekommen wir die Punkte, die wir da verloren haben. Wir müssen zusammenstehen und Fehler kompensieren. Ich bin überzeugt, dass dann auch der Erfolg kommen wird."
Quelle: www.hbvf.de

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Frisch Auf Göppingen 28 |
HC Leipzig 29 |
| Datum: | 04.10.2009 16.00 Uhr |
| Spielstätte: | EWS-Arena (Göppingen) |
| Zuschauer: | 800 |
| Zeitstrafen: | FAG: 2x2 Min.; HCL: 2x2 Min. |
| Siebenmeter: | FAG: 6/8; HCL: 7/8 |
| Schiedsrichter: | Ralf Damian und Frank Wenz |
| Multimedia: | Die Bilder des Spiels! |
| Spiele und Tore FAG: | 3 Jessica Schulz (8/2) |
| 8 Birute Stellbrink (7) | |
| 17 Nicole Dinkel (5) | |
| 10 Verena Breidert (3) | |
| 55 Alena Vojtiskova (2) | |
| 6 Anna Lena Unsfeld (1) | |
| 19 Katrin Schröder (1) | |
| 28 Christine Dangel (1) | |
| 11 Martina Fritz | |
| 22 Celia Schneider | |
| 21 Alexandra Meisl | |
| 77 Daniela Stratmann | |
| 88 Josipa Bundovic | |
| 20 Frances Günthel | |
| Spiele und Tore HCL: | 12 Katja Schülke |
| 25 Julia Plöger | |
| 3 Mette Ommundsen (4/3) | |
| 4 Sara Holmgren (2) | |
| 5 Anne Ulbricht (2) | |
| 7 Natalie Augsburg | |
| 11 Sara Eriksson (1) | |
| 14 Karolina Kudlacz | |
| 15 Ania Rösler (3) | |
| 17 Lisa Wiren (2) | |
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19 Maria Kiedrowski (3) |
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| 22 Susann Müller (10/4) | |
| 23 Renate Urne (2) |
Der Liveticker des Spiels zum nachlesen!