Leipziger Internetzeitung vom 23.05.2011

HC Leipzig vs. Bensheim/ Auerbach 23:22 - Knapp an der Blamage vorbei

 

Mit einem blauen Auge hat der HC Leipzig am Sonntag die Pokalendrunde in Göppingen abgeschlossen. Im Spiel um Platz 3 mussten sich die Messestädterinnen gegen das Zweitligateam der HSG Bensheim/ Auerbach heftig gegen eine drohende Niederlage wehren. Jubeln konnte hingegen der Thüringer HC, der nach dem Meistertitel nun auch den Pokalsieg holte. Nach der Niederlage des HC Leipzig am Samstag im Pokal-Halbfinale gegen Thüringen, war in der gestrigen Partie um die goldene Ananas sicher kein Zauberhandball zu erwarten. Dass der deutsche Rekordmeister aber fast über die gesamte Spielzeit gegen die unterklassige HSG Bensheim/ Auerbach am Rande einer Niederlage balancierte, überraschte dann doch.

 

Für HCL-Trainer Heine Jensen war es eine sehr emotionale Partie. Zum letzten Mal stand er für sein Team am Spielfeldrand, trainiert künftig die Nationalmannschaft. Auf Abschiedstournee befanden sich mit Maike Daniels, Maria Kiedrowski, Sara Eriksson und Renate Urne auch vier seiner Spielerinnen - die Jensen allesamt noch einmal im Leipziger Trikot auflaufen ließ. Daniels und Kiedrowski konnten sich damit in der EWS-Arena auch gleich ihrem künftigen Publikum präsentieren, denn beide spielen wahrscheinlich ab der kommenden Saison für Göppingen. Die Partie des "großen" HCL gegen die "kleine" HSG war von Beginn an äußerst knapp. Der Zweitligist ging zunächst mit 0:1 in Führung, was Leipzig schnell korrigieren konnte. Mehr als zwei Treffer Differenz bekam die Jensen-Sieben aber nicht zwischen sich und ihren Kontrahenten (3:1, 7:5). Den Treffer zum 7:5 in der 14. Minute erzielte übrigens Renate Urne, die nach der Geburt ihres Kindes und dem bevorstehenden Karriereende, noch einmal erfolgreich zum Siebenmeterpunkt schritt.

 

Allerdings läutete genau dieser Treffer eine nahezu dramatische Wende im Spiel ein. Denn trotz der Führung agierte der HCL nervös und unsicher im Angriffsspiel - technische Fehler und vergebene Chancen häuften sich. Ganze zehn Minuten lang brachte Leipzig das Spielgerät nicht mehr im Gehäuse der HSG unter. Der Zweitligist witterte Morgenluft und startete eine unglaubliche 6-Tore-Serie. Beim Stand von 7:11 (23. Minute) stoppte Heine Jensen die drohende Demontage durch eine Auszeit. Immerhin noch mit einem 11:12-Rückstand ging Leipzig in die Kabine. Nach Wiederanpfiff schien es für einen kurzen Augenblick so, als würde das Spiel nun die erwartete Wendung nehmen. Bereits in der Auftaktminute brachte Marie Kiedrowski durch einen Doppelschlag den HCL mit 13:12 in Führung. Doch statt nachzulegen, folgte nun das, was man gemeinhin als Kopf-an-Kopf-Rennen bezeichnet. Auf die Führung des einen Teams folgte promt der Ausgleich durch das andere Team. Das fing in der 34. Minute beim 13:13 an und endete erst in der 54. Minute beim 20:20.

 

Bei diesem Spielstand gelang den Leipzigerinnen der letztlich entscheidende Zwischenspurt. Maike Daniels und zweimal Loraine Hellriegel brachten den HCL auf 23:20 nach vorn. So deutlich hatte der Rekordmeister in diesem Spiel noch nie geführt! Gut, dass da nur noch anderthalb Minuten Spielzeit verblieben, die immerhin noch für zwei Tore der HSG ausreichten. So rettete der HC Leipzig einen denkbar knappen 23:22-Sieg und somit den dritten Platz in der Pokalendrunde Final-Four. Im anschließenden Finale standen sich mit dem Thüringer HC und dem Buxtehuder SV die beiden besten Mannschaften der Saison gegenüber. Der THC bestätigte seinen großartigen Lauf und holte sich durch einen kaum gefährdeten 27:25 (14:13)-Erfolg das Double.

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