Genau einen Tag nach dem Weihnachtsfest ging es bereits mit dem Spielbetrieb der Bundesliga weiter und der nächste Termin mit dem Spiel um den Supercup gegen Pokalsieger VfL Oldenburg im hessischen Rotenburg an der Fulda stand auf dem Programm. Für das Leipziger Team von Coach Heine Jensen nach der über sechs-Wöchigen WM Pause zudem keine leichte Aufgabe, da die Mannschaft vor der Partie kein einziges Mal zusammen trainieren konnte und die sechs WM-Teilnehmerinnen zudem nur eine extrem kurze Regenerationsphase über die Feiertage zur Verfügung hatten. Das es mit der erfolgreichen Titelverteidigung gegen den Pokalsieger aus Oldenburg nicht klappte, hatte sicherlich sehr viel mit diesen Faktoren zu tun und die fehlende Abstimmung sowie unpräzises Timing in Angriff und Abwehr der Messestädterinnen waren nicht zu übersehen, doch auch der unbedingte Siegeswille des Kontrahenten aus dem hohem Norden gegen den amtierenden Deutschen Meister stand heute einer erfolgreichen Titelverteidigung entgegen.
Oldenburg holt sich den ersten Titel - Sieg über Leipzig im Supercup
Einen überraschenden Verlauf nahm das Duell zwischen Meister und Pokalsieger in Rotenburg an der Fulda. In den Göbel-Hotels-Hallen legte der VfL Oldenburg bis in die Schlußphase vor, dann aber ging der HC Leipzig sechs Minuten vor Spielende erstmals in Führung. Der Außenseiter ließ sich aber nicht verunsichern, nutzte die sich bietende Chance und sicherte sich am Ende dank der Paraden von Renner, der Treffer von Geschke und einer mannschaftlich geschlossenen Leistung mit einem verdienten 30:28 mit dem Supercup den ersten Titel der Saison.

Vor 1.240 Zuschauern schienen die bereits am Vortag angereisten Oldenburgerinnen zunächst wacher und legten ein schnelles 2:0 vor. Bei Leipzig zeichnete Anne Ulbricht für die ersten beiden Treffer verantwortlich, Oldenburg behauptete zunächst aber die Führung - auch zur Freude der Oldenburger Fans, die mit dem Fußball-Nationalspieler Per Mertesacker auf der Tribüne auch namhafte Unterstützung hatten. Mertesacker und die Fantraube um ihn herum bejubelten beispielsweise einen fulminanten Wurf von Natalja Parchina, der von der Unterkante der Latte in Wembley-Manier ins Tor tropfte, Oldenburg führte 6:4. Beide Teams gingen von der ersten Minute an volles Tempo, so wie es die Trainer im Vorfeld angekündigt hatten.
Die Leipziger Deckung stabilisierte sich dann etwas, Sara Holmgren konnte so vom Kreis nach zwölf Minuten beim 7:7 für den ersten Ausgleich sorgen, den Oldenburg aber umgehend mit einem erfolgreichen Strafwurf beantwortete. Der Pokalsieger zeigte sich durch den ersten Ausgleich keineswegs verunsichert, gegen die nun früher heraustretende Leipziger Defensive setzte der VfL immer wieder die Außen ein und kam dadurch zu Treffern und Strafwürfen. Für besonderen Jubel sorgte dabei, vor allem im "Mertesacker-Block" der Treffer zum 10:9, nach mehrmonatiger Pause hatte Comebackerin Ulrike Stange getroffen. Nicht nur für die VfL-Fans, auch für die Mannschaft schien dieser Treffer der ehemaligen Leipzigerin Signalwirkung zu haben. Mit einem Doppelschlag baute der Außenseiter den Vorsprung auf 12:9 aus. Als Angie Geschke, die die Torschützenliste in der Liga anführt, auf 13:9 erhöhte, sah sich Leipzigs Trainer Heine Jensen dazu gezwungen seine Auszeit zu nehmen.

Zehn Minuten waren im ersten Abschnitt noch zu spielen, lediglich drei davon benötigte der Meister um den Abstand zu halbieren. Zwei sehenswert herausgespielte Treffer von Lisa Wiren und ein Unterarmwurf von Karolina Kudlacz brachten das 14:12. Oldenburg hielt weiterhin dagegen und behauptete die Führung. Schülke setzte mit einem parierten Strafwurf gegen Sabrina Neuendorf zwar ein weiteres Zeichen, aber auch Julia Renner im Tor des VfL parierte nun mehrfach glänzend und hatte so ihren Anteil daran, dass der Pokalsieger ein 16:13 mit in die Kabinen nahm.
Die Torhüterinnen sorgten auch in Halbzeit Zwei für die ersten Akzente, erst parierte Schülke einen Strafwurf, dann Renner. Da Angie Geschke aus dem Rückraum auch in Unterzahl traf, konnte der HCL aus der ersten Zeitstrafe der Partie kein Kapital schlagen. Nach einem erneut lautstark bejubelten Stange-Treffer betrug der Oldenburger Vorsprung beim 18:15 weiterhin drei Tore. Schülke, einer sich steigernden Deckung und einigen einfachen Treffern aus dem Tempospiel verdankte der Meister dann den erneuten Anschluss, einige Unaufmerksamkeiten im Oldenburger Spiel hatten die Führung des Außenseiters auf 20:19 schrumpfen lassen. Beim Anschlusstreffer hatte Oldenburgs Anita Herr zudem eine Strafzeit kassiert, doch der Ausgleich gelang dem Meister zunächst noch nicht - wieder traf Geschke in Unterzahl - bereits ihr achter Treffer.

Die Partie blieb eng, Schülke verhinderte, unter anderem mit einem weiteren gehaltenen Strafwurf, dass Oldenburg die Führung weiter ausbaute, auf der Gegenseite bemühte sich aber Leipzig vergeblich um den Ausgleich. Zehn Minuten vor Spielende gelang dieser dann Susann Müller, die mit Wucht aus dem Rückraum einnetzte. Leszek Krowicki reagierte und nahm seine Auszeit. Für den VfL traf in der hochklassigen Begegnung danach erneut Ulrike Stange, auf der Gegenseite war wieder Ulbricht erfolgreich. Sehenswerte Treffer am Fließband gab es in dieser Phase für die Zuschauer und der Favorit aus Leipzig schien die Partie kurz vor dem Ende zu drehen, Sara Holmgren traf sechs Minuten vor Spielende zum 26:25 - die erste Führung des Meisters. Stange glich jedoch umgehend aus.
Zur Sicherheit gab der Hallensprecher das weitere Prozedere bekannt, bei einem Unentschieden würde die Entscheidung direkt im Siebenmeterwerfen fallen. Noch aber blieben beiden Teams fünf Minuten für eine Entscheidung in der regulären Spielzeit. Leipzig legte vor, Oldenburg glich aus und ging durch einen Gegenstoß von Wiebke Kethorn beim 28:27 wieder in Führung. Die abwechslungsreiche Partie folgte ihrem Spannungsbogen, Renner parierte und nun schien Oldenburg wieder das bessere Blatt zu haben, zumal Julia Wenzl traf und Renner erneut parierte. Leipzig markierte Geschke eng, doch auch dieses taktische Mittel brachte nicht mehr die Wende zugunsten des HC Leipzig. Der VfL behauptete die Führung bis zur Schlusssirene und sicherte sich mit einem 30:28 den ersten Titel der Saison 2009/2010.

Quelle: www.hbvf.de
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HC Leipzig 28 |
VfL Oldenburg 30 |
| Datum: | 27.12.2009 17.00 Uhr |
| Spielstätte: | Göbel Hotels-Arena (Rotenburg) |
| Zuschauer: | 1.240 |
| Zeitstrafen: | HCL: 0x2 Min.; VfL: 2x2 Min. |
| Siebenmeter: | HCL: 5/4; VfL: 5/2 |
| Schiedsrichter: | Uwe Prang und Uwe Reichl |
| Multimedia: | Die Bilder des Spiels |
| Spiele und Tore HCL: | 12 Katja Schülke |
| 25 Julia Plöger | |
| 3 Mette Ommundsen (7/1) | |
| 4 Sara Holmgren (3) | |
| 5 Anne Ulbricht (6) | |
| 6 Loraine-Eliza Hellriegel | |
| 7 Natalie Augsburg (2) | |
| 8 Maike Daniels | |
| 11 Sara Eriksson | |
| 13 Luisa Schulze | |
| 14 Karolina Kudlacz (1) | |
| 15 Ania Rösler | |
| 17 Lisa Wiren (2) | |
| 22 Susann Müller (5/3) | |
| 23 Renate Urne (2) | |
| Spiele und Tore Oldenburg: | 1 Julia Renner |
| 6 Barbara Hetmanek | |
| 7 Maike Schirmer | |
| 9 Julia Wenzl (6) | |
| 10 Monic Burde | |
| 12 Tatjana Surkova | |
| 15 Wiebke Kethorn (3) | |
| 18 Sabrina Neuendorf (2/2) | |
| 20 Ulrike Stange (5) | |
| 21 Angie Geschke (10) | |
| 23 Kim Balthazar | |
| 25 Anita Herr | |
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33 Natalja Parchina (4) |