www.hbvf.de vom 04.01.2010

Vor dem Spitzenspiel lässt das Spitzenduo Federn

Gedanklich waren der HC Leipzig und Verfolger Bayer Leverkusen vielleicht schon beim direkten Aufeinandertreffen, das am Mittwoch bevorsteht. Der HC Leipzig musste in Oldenburg die erste Saisonniederlage quittieren, Bayer Leverkusen verpasste es durch ein Unentschieden gegen Frankfurt/Oder allerdings wieder gleichzuziehen und als Tabellenführer die Reise nach Sachsen anzutreten. Blomberg-Lippe und der Buxtehuder SV festigten ihre Verfolger-Plätze unterdessen mit deutlichen Erfolgen, ebenso Frisch Auf Göppingen und der Thüringer HC, der nach dem Sieg gegen Dortmund die Trennung von Trainer und Manager Dago Leukefeld zum Saisonende bekannt gab.

 

Zur Halbzeit war die Welt noch in Ordnung für den HC Leipzig. Der ungeschlagene Tabellenführer führte in Oldenburg mit 20:15 und schien auf bestem Wege für die vor einer Woche erlittene Niederlage im Supercup erfolgreich Revanche zu nehmen. Doch bereits nach dem schnellen 3:10 hatte sich Oldenburg stabilisiert und den Abstand zum Seitenwechsel auf fünf Tore verkürzt, und setzte diese Aufholjagd nach dem Wechsel fort. Beim 28:27 führte erstmals der VfL, der sich, angeführt von der überragenden Sabrina Neuendorf und angefeuert von den 1.570 begeisterten Fans, diese Führung nicht mehr nehmen ließ und am Ende mit 36:32 siegte. "Wichtig war, dass wir in der zweiten Hälfte die Angriffe länger ausgespielt haben und trotzdem das Tempo verschärfen konnten", so Neuendorf. Ihr Trainer Leszek Krowicki freute sich unterdessen: "Nach der Pause hat sich die ganze Mannschaft gesteigert." Gratulationen gab es auch vom Gegner: "Das war ein verdienter Sieg", so HCL-Coach Heine Jensen, der anfügte: "Der VfL gut gespielt und die Emotionen und den Glauben an sich selbst sehr gut genutzt. Am Mittwoch gegen Leverkusen werden wir uns steigern müssen."

 

Aber auch Leverkusen zeigte keineswegs die Form der Wochen vor der WM-Pause und musste sich mit einem Unentschieden gegen den FHC Frankfurt/Oder zufrieden geben. Der Tabellenzweite agierte in der Deckung zu passiv und tat sich auch in der Offensive schwer. Beim Stand von 7:10 nahm Renate Wolf dann ihre Auszeit und nach Paraden von Clara Woltering und sechs Leverkusener Treffern in Folge führte der Favorit mit 13:10. "In der Phase konnten wir dann endlich einmal unser Tempospiel aufziehen", so Renate Wolf nach der Partie zu den wenigen Minuten, mit denen sie zufrieden sein konnte. Nach dem Wechsel ließ der Leverkusener Druck wieder nach, der FHC kam auf und ließ sich nicht mehr abschütteln. Neun Sekunden vor dem Ende war es dann Franziska Mietzner, die mit einem Strafwurf den Gästen den umjubelten 25:25-Ausgleich und den Punktgewinn bescherte. Hinter dem Spitzenduo hat ProVital Blomberg-Lippe seinen dritten Tabellenplatz unterdessen mit einem deutlichen 38:24 gegen Trier gefestigt. "Wir haben wieder einmal viel zu viele Tore kassiert und uns so um jede Chance gebracht", so Ildiko Barna nach der deutlichen Niederlage. Bis zum 10:10 war ihr Team noch auf Augenhöhe, während Blomberg dann aber das Tempo weiter halten konnte, unterliefen den Gästen zunehmend Fehler. Blomberg nutzte die sich bietende Chance konsequent und zog bis zum Seitenwechsel bereits vorentscheidend auf 19:13 davon. Diese Führung geriet im zweiten Abschnitt nicht mehr in Führung - beeindruckend dabei auch, dass mit Neukamp, Ilyes, Lang und Wohlbold gleich vier Blombergerinnen sieben Treffer erzielten.

 

Auf den Fersen bleibt Blomberg dabei aber der Buxtehuder SV, der ebenfalls einen deutlichen Sieg feierte und sich für das überraschende Remis zum Saisonauftakt revanchierte. Schnell legte der Gastgeber ein 6:1 vor, Sindelfingen hielt den Abstand bis zum 10:6 noch in Grenzen, bis zur Pause war Buxtehude aber bereits auf 18:10 davongezogen. Sindelfingen kam nur selten gegen die gute Deckung der Hausherrinnen zum Zuge, zudem zeigte Jana Krause im Tor eine herausragende Leistung. Im zweiten Abschnitt wuchs der Abstand schnell in den zweistelligen Bereich, 22:12 hieß es nach acht Minuten der zweiten Halbzeit. Die Gastgeberinnen hatten das Spiel im Griff, dominierten die Begegnung aus der Deckung heraus und feierten am Ende einen 31:20-Erfolg. Einen ungefährdeten Heimsieg feierte auch Frisch Auf Göppingen, das mit 1.500 Zuschauern zudem einen neuen Zuschauerrekord für diese Saison verbuchen konnte. Erst kurz vor dem 17:12-Pausenstand konnte Göppingen davonziehen und gab den Vorsprung nicht mehr aus der Hand. Mit dem 32:26-Erfolg fuhr Göppingen in der Liga den fünften Sieg in Folge ein. Zentrale Spielerinnen auf Göppinger Seite waren Katrin Schröder (7) und Birute Stellbrink (10/5). Für Dortmund, das ohne Spielmacherin Gesine Paulus angereist war, erzielte Dagmara Kowalska 10/3 Treffer. "In der zweiten Hälfte konnten wir das Spiel offen gestalten, hatten aber aus dem Rückraum zu wenig gegen die kompakte, harte Deckung der Göppingerinnen", gestand Dortmunds Coach Gustl Wilke nach der Partie. "Mit den Punkten und dem Sechs-Tore-Sieg sind wir auf dem richtigen Weg", freute sich unterdessen Frisch Auf-Coach Aleksandar Knezevic.

 

Bereits am Samstag setzte sich der Thüringer HC gegen den SVG Celle durch. Nach nervösem Beginn fand der THC in die Begegnung und erspielte sich bis zum Seitenwechsel eine 13:6-Führung. "Celle ist nicht irgendeine Mannschaft - wir haben über 50 Minuten eine souveräne Leistung gezeigt", freute sich Dago Leukefeld, dessen Team noch mit 20:10 führte, bevor Celle aufkam. Beim 21:18 war Celle auf drei Tore heran, doch mehr ließ der THC nicht zu und siegte am Ende mit 25:20. "In der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir Handball spielen können und haben uns mit enormem Kampfgeist nochmal herangekämpft", freute sich Celles Trainer Martin Kahle zumindest über die Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt. Beim Thüringer HC gab es unterdessen am Sonntag noch eine weitreichende Nachricht: "Nach vieljähriger guter Zusammenarbeit des Thüringer HC mit Trainer und Sportmanager Dago Leukefeld, hat sich die THC Sport GmbH entschlossen, den am 30.6.2010 auslaufenden Trainervertrag, nicht zu verlängern", so Präsident Karsten Döring in einer Pressemeldung zu dem im Sommer bevorstehenden Umbruch.

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