LVZ-online vom 05.01.2010

Annes Webkolumne

Wünsche für 2010: Gesundheit, Ruhe und eine eigene Tanzfläche

 

Die lange WM-Pause ist nicht spurlos an uns vorbei gegangen: Timing, Rhythmus und die Feinabstimmung im Angriff und in der Abwehr fehlen. Und irgendwie ist das auch gut so, denn sonst könnte man meinen, es funktioniere immer automatisch – auch ohne Training. Das dies nicht so ist und wir immer hart für unseren Erfolg arbeiten müssen, haben die letzten drei Spiele gezeigt. Die Niederlage gegen Oldenburg im Supercup kurz vor dem Jahreswechsel legten wir nicht auf die Goldwaage. Erst am Morgen des 27. Dezember traf sich die komplette Mannschaft wieder und wir machten uns auf die Reise nach Rothenburg. Im Bus gab es natürlich viel zu erzählen: Die WM-Teilnehmer mussten ausgiebig von ihren Erlebnissen in China Bericht erstatten und es wurde sich neugierig ausgetauscht, was der Weihnachtsmann unter den Baum gelegt hatte. Als Fazit bleibt zu sagen, dass wir alle verdammt artig gewesen sein müssen ;-).

 

Die Halle in Rothenburg war recht gut gefüllt und auch viele Leipziger Fans waren angereist, um uns anzufeuern und dabei zu unterstützen, den Titel ein zweites Mal zu gewinnen. Dass uns das nicht gelungen ist, ist kein Weltuntergang. Viel wichtiger ist es jetzt, die Fehler abzustellen und im Training schnellstens wieder zueinander zu finden. Auch drei Tage später in Celle haben wir uns lange Zeit schwergetan und den Aufsteiger dazu eingeladen, 40 Minuten an einem Sensationssieg zu schnuppern. Auf der Rückfahrt war der Bus recht leer, da viele Spielerinnen den Jahreswechsel an unterschiedlichen Orten verbrachten. So fuhr Maike Daniels zu ihrer Familie nach Düsseldorf, Renate Urne mit ihrem Freund nach Magdeburg und Katja Schülke besuchte Ulrike Stange. Auf dieser besagten Fahrt ist mir folgendes Phänomen aufgefallen: Je leerer der Bus ist, desto lauter wird es. Für mich als Vielschläfer auf langen Reisen ist es eine absolute Katastrophe, wenn sich die kleine Restgruppe dann an einem Platz versammelt und es sich zur Hauptaufgabe macht, die arme Anne nicht schlafen zu lassen. Aber meine Rache wird kommen und sie wird nicht süß sein.

 

Letztes Jahr feierten viele Spielerinnen Silvester gemeinsam auf einer Kostümparty, diesmal entschieden wir, keine große Feier zu machen. Alle Spielerinnen sind gut ins neue Jahr gerutscht und wir sind gespannt, was 2010 für uns bereithält. Wir haben viel vor und wollen auf unseren drei Hochzeiten solange wie nur möglich mittanzen. Vielleicht können wir sogar den Rhythmus bestimmen. Und vielleicht gehört uns im Sommer die ein oder andere Tanzfläche ganz alleine. Damit das gelingt steht auf unserer Wunschliste Gesundheit ganz weit oben, denn nur wenn wir alle fit sind, können wir unsere Ziele realisieren. Das Jahr begann zwar mit einer Niederlage, aber jetzt wollen wir natürlich viele Siege folgen lassen.

 

Dass wir tollen Handball spielen können, haben wir in den ersten 30 Minuten gegen Oldenburg gezeigt. Diese erste Halbzeit müssen wir in unseren Köpfen mitnehmen und dürfen uns jetzt nicht von der ersten sieglosen Partie verunsichern lassen. Es warten schwere Aufgaben, in denen wir nur bestehen können, wenn wir selbstbewusst und als Einheit auftreten. Und da wir eine eingeschworene Truppe sind, habe ich keinen Zweifel daran, dass und das auch gelingen wird. Aber eine klitzekleinen Wunsch für 2010 hätte ich dann doch noch: Endlich Ruhe im Bus!! ;-)

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