Unentschieden im Spitzenspiel: Leipzig und Leverkusen trennen sich 29:29
Mit einem am Ende leistungsgerechten Unentschieden endete die Spitzenpartie der Bundesliga der Frauen. In der Wiederauflage des letztjährigen Finals war es am Ende Karolina Kudlacz, die den Gastgeberinnen nach einem Durchbruch mit ihrem Treffer zum 29:29 den Punktgewinn sicherte. In der ersten Halbzeit hatte dabei zunächst Leipzig vorgelegt, das in der achtfachen Torschützin Karolina Kudlacz seine erfolgreichste Werferin hatte. Im zweiten Abschnitt legte Leverkusen vor, auch dank der sechs Treffer von Laura Steinbach. In der Tabelle ändert sich so nichts, Leipzig liegt weiterhin einen Punkt vor Leverkusen an der Spitze.
"Die schnellste Auszeit, die ich je genommen habe, glaube ich", so Renate Wolf nach der Partie. Bereits nach 114 Sekunden hatte die erfahrene Leverkusener Trainerin die Grüne Karte auf den Tisch gelegt. Holmgren, Augsburg, Ommundsen hatten zu diesem Zeitpunkt bereits für Leipzig getroffen und für ein schnelles 3:0 gesorgt, während die Gäste aus dem Rheinland überhaupt nicht ins Spiel fanden. Beide Teams hatten sich für das Spitzenspiel viel vorgenommen, denn am Wochenende hatte der HCL in Oldenburg seine erste Niederlage im Saisonverlauf quittieren müssen und Leverkusen war nicht über ein Unentschieden gegen den Frankfurter HC hinausgekommen. Daran schien Renate Wolf ihre Spielerin nach nur knapp zwei Spielminuten allerdings erinnern zu müssen.

Die frühe Auszeit schien aber genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen zu sein, danach präsentierte sich die 5:1-Deckung der Leverkusenerinnen stark verbessert und nach Treffern von Loerper und Steinbach war der Abstand beim 3:2 bereits wieder auf ein Tor geschrumpft. Der Ausgleich gelang den Gästen aber zunächst nicht, nach mehreren vergebenen Chancen gelang dieser dann Laura Steinbach beim 8:8 in der zwanzigsten Minute. Leipzig zeigte sich vom Ausgleich aber unbeeindruckt und legte bis zum Seitenwechsel wieder vor, ohne sich jedoch wirklich absetzen zu können. Nach einem von Ania Rösler herausgeholten Strafwurf sorgte Susann Müller für das 13:12 - da die letzten drei Minuten kein weiterer Treffer mehr fiel, war dies auch der Pausenstand.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts drehte sich die Begegnung: Nach dem Fehlstart im ersten Abschnitt zeigten sich die Leverkusenerinnen nun höchstkonzentriert. Katrin Engel sorgte per Strafwurf für den erneuten Ausgleich und Lyn Byl im Gegenstoß beim 14:13 dann für die erste Leverkusener Führung im Spielverlauf. Leipzig schien von der nun sehr aggressiv wie effektiv arbeitenden Gästedeckung stark verunsichert, immer wieder endeten die Angriffe nun mit Fehlern oder Fehlwürfen. Als Susann Müller mit einem Strafwurf an der eingewechselten Laura Glaser scheiterte, erhöhte auf der Gegenseite Katrin Engel gar auf 16:13. Leverkusen hätte sogar auf vier Tore davonziehen können, doch auch Julia Plöger parierte nun einen Strafwurf. Für Leipzig beendete Natalie Augsburg nach über fünf Minuten die Durststrecke, ein für Leverkusen folgenschwerer Treffer. Clara Woltering musste sich nach dem unglücklichen Zusammenprall mit Augsburg behandeln lassen, konnte in der Schlußphase aber zurückkehren.
Für Woltering kam Glaser, die in der Folge mit einigen sehenswerten Paraden aufwartete. Zunächst aber schien Leverkusen die Verletzung der Nationaltorhüterin zu verunsichern, beim 16:16 glich Renate Urne wieder aus. Leverkusen legte aber weiter vor, auch weil Heike Ahlgrimm in dieser Phase Verantwortung übernahm. Laura Steinbach erhöhte eine Viertelstunde vor Spielende den Abstand beim 21:18 wieder auf drei Tore und dieser hatte auch zehn Minuten vor dem Ende noch Bestand, als Anna Loerper mit einem sehenswerten Unterarmwurf traf. Leverkusen kam nun aber unter Bedrängnis, innerhalb weniger Sekunden kassierten Denisa Glankovicova und Anne Müller Zeitstrafen - die Gäste mussten über einhundert Sekunden in doppelter Unterzahl agieren. Allerdings konnte Leipzig die sich bietende Chance nicht nutzen: Erst setzte sich Marlene Zapf durch und wenig später holte Anna Loerper trotz der doppelten Unterzahl einen Siebenmeter heraus. Den vergab Laura Steinbach zwar, doch zugleich kassierte Leipzig eine Strafzeit. Dem HCL gelang durch Kudlacz der Anschluß und beim 26:26 erzielte die Polin im Gegenstoß auch den Ausgleich.

Den Gastgeberinnen bot sich sogar die Chance zur erneuten Führung, doch Rösler setzte einen Strafwurf neben das Tor. Die Partie war intensiv und temporeich, und hatte sich das Prädikat "rassig" verdient. Anna Loerper kam glücklich in Ballbesitz und warf Leverkusen in Führung, Rösler glich nach einem Durchbruch aus. Die Begegnung stand auf des Messers Schneide, Glankovicova und Kudlacz sorgten dafür, dass es auch in die letzten beiden Minuten der Partie mit ausgeglichenem Torestand ging. Anne Müller warf Leverkusen erneut in Führung, doch Leipzig hatte eine passende Antwort parat: Nach einer Auszeit übernahm Karolina Kudlacz die Verantwortung und traf zum 29:29. Dreizehn Sekunden verblieben noch, doch der letzte Wurf von Glankovicova blieb ohne Erfolg. Zu Buche stand so am Ende ein insgesamt leistungsgerechtes Unentschieden.
Quelle: www.hbvf.de

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HC Leipzig 29 |
Bayer Leverkusen 29 |
| Datum: | 06.01.2010 19.30 Uhr |
| Spielstätte: | ARENA Leipzig |
| Zuschauer: | 2.594 |
| Zeitstrafen: | HCL: 1x2 Min.; Bayer: 4x2 Min. |
| Siebenmeter: | HCL: 9/5; Bayer: 5/3 |
| Schiedsrichter: | Christoph Immel und Ronald Klein |
| Multimedia: | Die Bilder des Spiels |
| Spiele und Tore HCL: | 12 Katja Schülke |
| 25 Julia Plöger | |
| 3 Mette Ommundsen (7/3) | |
| 4 Sara Holmgren (1) | |
| 5 Anne Ulbricht (3) | |
| 7 Natalie Augsburg (3) | |
| 8 Maike Daniels | |
| 11 Sara Eriksson | |
| 14 Karolina Kudlacz (8) | |
| 15 Ania Rösler (3/1) | |
| 17 Lisa Wiren | |
| 22 Susann Müller (3/1) | |
| 23 Renate Urne (1) | |
| Spiele und Tore Bayer: | 1 Lan Byl (1) |
| 2 Marlene Zapf (4) | |
| 7 Elis Garcia Almendaris | |
| 8 Anne Müller (5) | |
| 9 Anna Loerper (4) | |
| 10 Penda Bönighausen (2) | |
| 11 Denisa Glankovicova (1) | |
| 12 Laura Glaser | |
| 16 Clara Woltering | |
| 17 Heike Ahlgrimm (2) | |
| 18 Laura Steinbach (6) | |
| 19 Katrin Engel (4/3) | |
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21 Lena Knipprath |