InTeam: Ania Rösler über die WM in China

Im neuen Bericht aus unserer "InTeam" Rubrik, in der die Spielerinnen des Bundesligakaders persönlich zu Wort kommen und Einblicke hinter die Kulissen des Handballgeschäftes geben, berichtet diesmal Ania Rösler über Ihre Erlebnisse bei der Handball-WM in China, Ihre dort erlittene Verletzung und über neue Erfahrungen in der "Höhenkammer". Also, schnell reinklicken und lesen!

 

Hallo liebe HCL-Fans und Besucher unserer Homepage!

 

Ihr habt ja lange nichts mehr von uns gehört… Mir wurde jetzt die Ehre zu Teil euch aus den vergangenen Tagen, beziehungsweise Wochen zu berichten. Es hat sich ja Einiges getan seit dem letzten Bericht. Ich werde euch nun von China erzählen, davon wie es ist verletzt zu sein und dass das meine Liebe zum Ausdauersport dadurch keineswegs geweckt wurde. Katja, Susi und ich sind Ende November über Peking nach Wuxi in unseren ersten Spielort aufgebrochen. Die Reise war sehr langwierig (wir waren etwa 24 Stunden unterwegs) und ziemlich anstrengend, da extrem wenig Beinfreiheit herrschte und der Flieger bis auf den letzten Platz ausgebucht war – dabei haben wir auch schon erste Kontakte mit ungewohnten Umgangsformen gehabt, aber dazu später mehr.

 

Wie die WM für uns verlief ist ja allseits bekannt, deshalb gewähre ich euch mal in den Tagesablauf der Nationalspielerinnen einen kleinen Einblick. Die erste Woche diente dazu sich an die Zeitumstellung zu gewöhnen, uns der fremden Kost anzunähern und noch gemeinsam den Feinschliff für die Spiele zu gewinnen. Die Tage sind eigentlich strikt durchstrukturiert (auf dem Gang hängt immer ein Ablaufplan) und beginnen mit dem Frühstück um 8 und enden mit der Bettruhe gegen 23 Uhr, dazwischen ist dann Training oder Spiel. Die kaum vorhandenen Freizeit sitzen wir meist in kleinen Gruppen auf dem Gang, um uns zu unterhalten, Karten zu spielen oder zu skypen. Frühstück in China ist eine spannende Angelegenheit... Bereits hier Essens die Einheimischen warm, das heisst es gab gebratene Nudeln, Suppe und teilweise auch Hühnerfüsse (ich bin ja wirklich kein Kostverächter, aber das war selbst mit zu exotisch)! Für uns Europäer haben sie versucht ein Stück „Heimat“ in den Alltag zu bringen, indem sowohl Marmelade als auch ein bisschen Wurst und Käse bereitgestellt wurden.

 

Die Essgewohnheiten der Asiaten waren für uns ein eher unschöner Anblick, da im Zuge der enormen Wertschätzung des „leckeren“ Essens sowohl nach herzenslust gerülpst, als auch hemmungslos gefurzt wurde – um das Essen abzurunden wurde dann noch mit offenem Mund gespeist, damit auch jeder mitbekam was da tatsächlich in Begriff ist verspeist zu werden... Wobei wir auch bestaunt wurden, als wir uns geschnäuzt haben, da es völlig eklig sei, sich in ein Taschentuch zu entledigen und sämtliche Bakterien somit auf unseren Handflächen zu verteilen – andere Länder, andere Sitten… ;)

Alles in Allem haben wir tolle Erfahrungen gesammelt, einen fremden Kontinent besucht, andere Sitten und Gebräuche kennengelernt und waren doch auch wieder sehr froh endlich nach Hause nach Leipzig zu kommen.

 

Dummerweise brach ich mir während der WM meinen Finger, so dass für mich erst einmal Spielpause angesagt war – was aber nicht gleichbedeutend mit Trainingspause ist. Für mich hieß das, dass ich zusätzlich zum Mannschaftstraining an meiner Fitness arbeiten durfte, da ich nur wenig in der Halle mitmachen konnte. Somit bin ich in der neuen Filiale der Medica in einer Druckkammer auf simulierten 2500 Höhenmetern Tag aus Tag ein gejoggt und habe an meinen (ausgeprägten) konditionellen Fähigkeiten gefeilt. Dadurch erklärt sich wahrscheinlich auch, dass ich die wöchentlichen Röntgenkontrollen bei Dr. Knoll kaum erwarten konnte, um ja nicht den frühestmöglichen Zeitpunkt zu verpassen, an dem ich wieder spielen konnte (oder auch um schnellstmöglich den täglichen Joggingeinheiten zu entfliehen).

 

Glücklicherweise, habe ich es durch unsere super – funktionierende medizinische Abteilung (nochmal meinen herzlichsten Dank an dieser Stelle) geschafft rechtzeitig zu unserem Champions League Spiel in Podravka fit zu werden. Ich hoffe euch nicht zu sehr gelangweilt zu haben und euch einen Grobeinblick in die einzelnen Stationen der letzten Wochen gegeben zu haben. Nun freue ich mich schon sehr auf Sonntag, da wir da schon wieder die Chance haben erneut in die HCL Geschichte einzugehen.

 

In diesem Sinne, Danke für eure lautstarke Unterstützung, denn mit euch im Rücken sind dafür schon die besten Voraussetzungen geschaffen!

 

 

Eure Mail an Ania: ania.roesler@hc-leipzig.de

 

 

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