Trotz einer starken kämpferischen Leistung haben die Handballerinnen des HC Leipzig ihr erstes Hauptrundenspiel in der Champions League verloren. Das Team von Trainer Heine Jensen unterlag am Sonntag vor 2.696 Zuschauer in der Dessauer Anhalt-Arena dem norwegischen Meister Larvik HK mit 20:23 (10:11). "Wir müssen die einfachen Tore der Gegner vermeiden und unsere Chancen im Angriff besser nutzen. Aber man hat gesehen, dass wir mithalten können", sagte Kapitänin Katja Schülke nach dem Spiel und Trainer Jensen ergänzte: "Wir haben hinten gut gestanden, nur mit der Abwehr von Lavrik hatten wir Probleme."
Es war ein hochklassiges, temporeiches Duell auf Augenhöhe, das die 2.696 Zuschauer in der ausverkauften Anhalt Arena zu Dessau sahen. Leipzig erwischte den besseren Start in die Partie und ging schnell mit 3:1 in Führung - auch weil Katja Schülke im Tor des deutschen Meisters gleich einige sehenswerte Paraden zeigte. Dank seiner variablen und offensiv ausgerichteten Abwehrformation - mit einer starken Lene Rantala zwischen den Pfosten - konnten die Gäste dann aber die Kontrolle über die Partie übernehmen. Sechs torlose Minuten auf Seiten des HCL nutzte der norwegische Meister, um sich nach fünf Toren in Folge auf 6:3 (12.) abzusetzen. Immer wieder wurde die sonst so sichere 6:0-Abwehr des Deutschen Meisters mit Wacklern erfolgreich ausgespielt. Die Sächsinnen steckten jedoch nicht auf, Susann Müller beendete die Torflaute mit einem Strafwurf, nachdem zuvor Mette Ommundsen von ihrer Landsmännin Kari-Mette Johansen beim Torwurf gefoult wurde. Der Treffer setzte beim HCL Kräfte frei, nun steigerte man sich auch in der Defensive. Ommundsen eroberte in der Abwehr den Ball und konnte nur auf Kosten eins Strafwurfs, sowie einer Zeitstrafe gegen Heidi Löke auf dem Weg zum Anschlusstreffer gestoppt werden. Erneut trat Müller an und verkürzte zum 5:6. Der HCL war zurück in der Partie und wieder auf Augenhöhe. Larvik konnte in der packenden Partie jedoch zunächst weiterhin den Spielstand vorlegen, doch Leipzig agierte konzentriert in der Deckung und ließ die favorisierten Norwegerinnen nicht davonziehen.

Gegen Ende des ersten Spielabschnitts mussten beide Mannschaften dem hohen Tempo ein wenig Tribut zollen. Die Fehler im Angriff häuften sich. Lene Rantala verhinderte mit einem gehaltenen Strafwurf von Mette Ommundsen die erneute Leipziger Führung, im Gegenzug konnten Karoline Dyhre-Breivang und Heide Löke Larvik wieder nach vorne werfen. Anne Ulbricht gelang vor der Pause lediglich noch der Anschlusstreffer, mit Wucht netzte sie zum 10:11 Halbzeitstand ein. Nach dem Seitenwechsel hatten die Gastgeberinnen Mühe in die Partie zu finden. Vor allem Susann Müller hatte bereits seit dem Ende der ersten Halbzeit Probleme gegen die aufmerksame Deckung Larviks, insbesondere gegen ihre Gegenspielerin Tine Stange, und nahm sich einige unvorbereitete Würfe.
Dank der Paraden von Katja Schülke lag der HCL aber nur mit vier Toren zurück, ehe Natalie Augsburg nach neun torlosen Minuten zum 11:14 traf und die Hoffnungen der heimischen Fans schürte. Leipzig blieb auf Tuchfühlung, überstand dank seiner Keeperin gar eine Zeitstrafe von Müller und konnte in Unterzahl durch Ulbricht und Ommundsen den Anschlusstreffer zum 16:17 erzielen. Mit Moral und Einsatz hatte sich der Deutsche Meister zurück in die Partie gearbeitet. Zehn Minuten vor dem Ende ließ Müller dann ihr Talent als Anspielerin aufblitzen, als sie Natalie Augsburg am Kreis wunderschön in Szene setzte, die zum 17:17 ausgleichen konnte. Larvik zeigte sich jedoch nicht schocken, im direkten Gegenzug setzte Tonje Larsen nach und die rechte Angriffsseite mit Nora Mörk und Linn Jörum-Sulland stellte den alten Abstand von drei Treffern wieder her. Schülke war weiterhin ein sicherer Rückhalt, verhinderte eine Vorentscheidung, doch auf der Gegenseite glänzte auch Rantala immer wieder. Erneut geland dem HCL aber, durch Augsburg sowie die nun auch im Angriff für Müller agierende Sara Eriksson, der Anschlusstreffer. Auch der Ausgleich war möglich, wurde aber vergeben, Sara Holmgren entglitt der eigentlich schon unter Kontrolle gebrachte Ball bei der Drehung in Richtung Tor.

Larvik zeigte nun, warum das Team zur internationalen Spitzenklasse gehört, nach Holmgrens Ballverlust traf Jörum-Sulland auf der Gegenseite aus dem Rückraum zum 21:19. Noch einmal stellte Eriksson den Anschlusstreffer her, aber Larvik konterte erneut. Leipzig lief die Zeit davon, doch die Gastgeberinnen gaben sich nicht auf, spielten Natalie Augsburg auf dem Flügel gut frei. Doch dieses Mal entschärfte Rantala den Wurf von der Außenposition, die Entscheidung in der Partie war gefallen. Leipzig versuchte noch einmal mit einer offenen Manndeckung den Ball zu erobern. Larvik tankte sich jedoch noch einmal an den Kreis durch. Larsen scheiterte zunächst, doch Löke sicherte sich den Abpraller und die Norwegerinnen bekamen einen finalen Strafwurf zugesprochen, den Jörum-Sulland zum 23:20 Endstand verwandelte.
Quelle: www.hbvf.de
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HC Leipzig 20 |
Larvik HK 23 |
| Datum: | 07.02.2010 15.00 Uhr |
| Spielstätte: | Anhalt-Arena Dessau |
| Zuschauer: | 2.696 |
| Zeitstrafen: |
HCL: 2x2 Min.; Larvik: 2x2 Min. |
| Siebenmeter: | HCL: 5/3; Larvik: 4/3 |
| Schiedsrichter: | Hlynur Leifson und Anton Palson |
| Multimedia: | |
| Spiele und HCL: | 12 Katja Schülke |
| 25 Julia Plöger | |
| 3 Mette Ommundsen (2/1) | |
| 4 Sara Holmgren | |
| 5 Anne Ulbricht (3) | |
| 7 Natalie Augsburg (4) | |
| 8 Maike Daniels | |
| 11 Sara Eriksson (2) | |
| 13 Luisa Schulze | |
| 14 Karolina Kudlacz (1) | |
| 15 Ania Rösler (2) | |
| 17 Lisa Wiren | |
| 22 Susann Müller (4/2) | |
| 23 Renate Urne (2) | |
| Spiele und Tore Larvik: | 2 Tonje Larsen (2) |
| 3 Sofie Inge Heieraas | |
| 5 Heidi Löke (5) | |
| 6 Tine Rustad Kristiansen (2) | |
| 7 Kari Mette Johannsen (1) | |
| 8 Karoline Dyre Breivang (3) | |
| 9 Nora Mörk (1) | |
| 10 Raphaelle Tervel | |
| 12 Emelie Sando Stang | |
| 13 Pia Christine Narvesen | |
| 15 Linn Jorum Sulland (9/3) | |
| 16 Lene Rantala | |
| 17 Tine Stange |