Leipzig. Zweites Spiel, zum zweiten Mal Außenseiter, außerdem fehlt Trainer Heine Jensen ein nicht ganz unwichtiges Puzzlestück seiner Mannschaft. Die Damen des HC Leipzig treten morgen in der Champions-League-Hauptrunde bei Krim Ljubljana an. Nach der 20:23-Heimpleite in der Auftaktpartie gegen Larwik geht es nun also zum zweimaligen Champions-League-Sieger nach Slowenien. Und trotzdem gibt HCL-Manager Kay-Sven Hähner die unmissverständliche Marschroute vor: "Wir fahren dorthin, um zu gewinnen." Bereits gestern Vormittag starteten die Leipzigerinnen zur Mission Auswärtssieg und hatten dabei eine gewaltige Hypothek im Gepäck. Abwehrstrategin Renate Urne fällt nach einem Zusammenprall im Training mit einer schweren Gehirnerschütterung auf unbestimmte Zeit aus und bleibt zu Hause. "Das ist wirklich schade, aber wir werden deswegen nicht in Unterzahl antreten. Nun müssen alle anderen eben noch enger zusammenrücken und eine Schippe drauf legen, um den Ausfall zu kompensieren ", sagt HCL-Trainer Heine Jensen.
Etwas Galgenhumor muss schon sein. Dennoch glaubt der Coach, dass Susann Müller, Natalie Augsburg oder auch Nachwuchstalent Luisa Schulze die norwegische Nationalspielerin adäquat ersetzen können. Viel Gelegenheit, um die Defensiv-Varianten zu testen, bleibt allerdings nicht, einzig beim Abschlusstraining heute Abend in der slowenischen Hauptstadt. Die Gastgeber haben nach ihrer 23:25-Niederlage bei Györi KC ebenfalls 0:2-Punkte auf dem Konto, und dass nachdem sie durch ihre Vorrundengruppe regelrecht marschiert waren. Dort verloren sie nur die unbedeutende letzte Begegnung gegen Hypo Niederösterreich (26:28). Jensen sieht das vor allem als Zeichen für die Qualität der HCL-Gruppe. "Wir spielen gegen drei potenzielle Champions-League-Sieger und müssen begreifen, dass wir der Underdog sind. Trotzdem wollen wir uns so teuer wie möglich verkaufen." Die unglückliche Niederlage gegen Larwik ist mittlerweile abgehakt, die Umstellung von der Bundesliga auf die europäische Königsklasse fällt allerdings noch immer recht schwer, wie Hähner zugibt. "Uns fehlt einfach die Erfahrung auf diesem Niveau. Auch wenn wir uns in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt haben. Unsere Stärke liegt im Gegensatz zu den Gegnern nicht bei einzelnen Spielerinnen, sondern in der mannschaftlichen Geschlossenheit." Mit dieser Geschlossenheit sollte auch eine Renate Urne ersetzt werden können. Apropos Außenseiter: Wettfreunde können bei einem Sieg des HCL ordentlich abkassieren. Die Quoten der einschlägigen Internet-Anbieter liegen etwa bei 1:6. Ein Grund mehr für einen Sieg der Leipzigerinnen.