Trier, Frankfurt und Buxtehude liegen hinter uns und es ist uns gelungen, aus den drei Partien sechs weitere wichtige Punkte auf unserem Bundesliga-Konto zu sammeln. Dass wir in diesen Spielen über weite Strecken tollen Handball gespielt haben und den Gegner meistens fest im Griff hatten, ist nicht unbedingt selbstverständlich. In den drei Monaten zwischen Weihnachten und Ostern bestreiten wir sage und schreibe 23 Spiele. Wir schaffen es aber, vor jedem Spiel die Spannung und Konzentration aufzubauen und jeden Gegner zu respektieren. Denn nicht nur für den Körper, auch für den Kopf ist diese Phase extrem anstrengend. Zwischen den Championsleague- und Bundesligaspielen durchlaufen wir manchmal ein Wechselbad der Gefühle.
Da herrscht zum Einen Freude über die Dominanz in der Liga, zum Anderen Enttäuschung über die knappen Niederlagen in der Hauptrunde gegen Larvik, Krim und Györ. Doch wir haben keine Zeit, den verlorenen Punkten hinterher zu trauern. Es ist wichtig, diese Spiele möglichst schnell abzuhaken, sich zu entspannen, um dann den Fokus auf die nächste Aufgabe zu richten. Doch zwischen den Spielen gilt es, auch mal nicht an das kleine, runde Leder zu denken. Da waren die Olympischen Winterspiele eine willkommene Abwechslung. Die Spielerinnen drückten den Athleten ihrer Nationen die Daumen und wir hatten viel Gesprächsstoff. Karolina Kudlacz war den ganzen Samstagabend in eine polnische Flagge eingehüllt, nachdem ihre Landsfrau im 30km Langlauf die Goldmedaille gewann. Da mussten Mette Ommundsen und Renate Urne artig gratulieren, denn ihre Norwegerin landete auf dem zweiten Platz und musste sich der Polin im Schlusssprint geschlagen geben. Apropos geschlagen: Im Abschlusstraining am Dienstag vor dem Ligaspiel gegen Buxtehude wurde endlich der Fußball-Bann gebrochen. Bisher wurden alle Spiele verloren, wenn „Jung" zuvor überraschend das Fußballspiel zum Abschluss gewann.
Doch obwohl der hart umkämpfte Kick 2:0 für die jungen Außenseiter ausging, siegten wir am nächsten Tag souverän gegen die Nordlichter. Nachdem wir die letzten drei Bundesligaspiele erfolgreich gestalten konnten, freuen wir uns jetzt auf unser letztes Heimspiel in der Hauptrunde der Championsleague. Wir wollen kämpfen bis zum Umfallen, um uns endlich unsere ersten wohlverdienten Punkte zu holen. Nach dem souveränen Sieg gegen „Buxte" haben wir uns zwei handballfreie Tage verdient, sodass wir alle kurz durchschnaufen und dann mit neuer Energie in dieses schwere Spiel gegen Krim Ljubljiana gehen können. Mit eurer Unterstützung wollen wir beweisen, dass wir nicht nur mithalten, sondern auch siegen können. Ich hoffe, die Arena wird wieder zum gewohnten Hexenkessel und wird den Gegner ein bisschen einschüchtern. Und dann liegt es in unseren Händen, ob wir Krim ohne die zwei fest eingeplanten Punkte zurück nach Slowenien schicken.
Anne Ulbricht