„Wir brauchten Zeit – jetzt läuft sie uns davon”

Solch ein Gefühl der Glückseligkeit hatten sie lange nicht mehr erlebt. Doch den Sieg gegen FHC Frankfurt (32:24) konnten die Handballerinnen des BVB nicht lange auskosten. Mittwoch wartet der nächste Gegner.

 

Nicht irgendeiner, sondern der amtierende Meister HC Leipzig, der sich in dieser Saison in Europa mächtig Respekt verschafft hat und das Viertelfinale der Champions League erreichte. Wir sprachen mit Zuzana Porvaznikova zwischen den Spielen.

 

Wie und wie ausgiebig hat denn die Mannschaft am Samstag gefeiert?

Zuzana Porvaznikova: „Der Sieg war toll, aber noch haben wir nichts erreicht. Ich bin mit unserem Torwarttrainer Jörg Fähmel und seiner Frau zum Essen gegangen, wir haben ein bisschen über das Spiel geredet, hatten Spaß und haben dann den Abend in Ruhe ausklingen lassen.”

 

Leipzig hat eine andere Klasse als Frankfurt. Rechnen Sie sich auch gegen den Meister eine Chance aus?

„Wenn wir eine solche Leistung abrufen wie am Samstag, wenn alle an einem Strang ziehen und jeder für jeden kämpft, dann können wir gegen jede Mannschaft der Liga überraschen. Die Leipzigerinnen sitzen schließlich auch ein paar Stunden im Bus, bevor sie bei uns auflaufen.”

 

Gibt es für Sie einen plausiblen Grund, warum die Mannschaft so spät auf Touren gekommen ist? Schließlich befindet sie sich bei 8:12 Punkten aus den letzten zehn und 4:2 aus den letzten drei Spielen auf Augenhöhe mit den Mittelfeldklubs...

„Wir hatten auf wichtigen Positionen Neuzugänge. Daggi (Anm.: Dagmara Kowalska) kam spät und war logischerweise nicht richtig fit. Wir brauchten Zeit, auch um Gustl Wilkes Handball-Philosophie zu verinnerlichen. Jetzt ernten wir, aber jetzt läuft uns auch die Zeit davon.”

 

Freuen Sie sich aufs Spiel oder fürchten Sie, dass Mittwoch, 21 Uhr, der Abstieg besiegelt sein könnte?

„Ich bin gespannt. Aber noch bin ich nicht voll belastbar. Ich muss mich erst noch von unseren Physios behandeln lassen. Ich hatte während der Partie einen starken Krampf – der ist immer noch nicht ganz raus aus der Wade.”

 

Sie bleiben – so oder so – in Dortmund...

„Ja. Ich habe einen Vertrag bis 2011, für die erste und zweite Liga. Dortmund ist zu meinem Lebensmittelpunkt geworden. Aber weiter als ein Jahr plane ich nicht. Wer weiß schon, was bis Mitte 2011 passiert?”

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