Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!!!!!!!!! Wir sind Deutscher Meister 2010!!!!! Es ist schwer, die Gefühle des Triumphes jetzt schon in Worte zu fassen, aber ich werde es für euch versuchen!
Die Nacht war sehr kurz und trotzdem bin ich seit 8.30 Uhr auf den müden Beinen. Vielleicht hatte ich doch ein bisschen Angst, dass all das, was wir gestern Nachmittag erleben durften, nur ein sehr schöner Traum war. Aber dann fiel mein Blick auf meinen Nachttisch, wo eine goldene Medaille lag. Und die Gewissheit war zurück: Ja, wir sind wirklich, wirklich Deutscher Meister!!! Die Anspannung in den letzten Tagen wuchs schier ins Unermessliche. Und sie entlud sich gestern mit dem Abpfiff des hart umkämpften und jederzeit spannenden Spiels. Als Susi das runde Leder zum 22:22-Endstand ins Tor hämmerte, kannten der Jubel und die Freude keine Grenzen mehr. Es flossen Tränen des Glücks und wir lagen uns minutenlang in den Armen. Wir duschten im Sekt und natürlich entleerten sich die ein oder anderen Liter Bier und Wein rein zufällig über den Köpfen unserer Meistertrainer.
Bis zu diesen Momenten mussten wir aber 60 Minuten kämpfen, kämpfen, kämpfen. Auch wenn Leverkusen gleich der erste Treffer gelang, erwischten wir den besseren Start und konnten uns auf 7:4 absetzen. Doch wie schon im Hinspiel kämpfte sich die Mannschaft von Renate Wolf zurück ins Spiel, um kurz nach der Halbzeit sogar mit 12:14 in Führung zu gehen. Dies war der einzige kurze Augenblick im gesamten Spiel, wo ich dachte: „Oho!“. Doch wir zeigten keine Nerven und glichen postwendend wieder aus. Wir funktionierten einfach: Immer wenn wir ein Tor brauchten, dann warfen wir auch eines. Und wenn es Leverkusen gelang, unser Abwehrbollwerk zu durchdringen, dann hielt unsere Kapitänin ihren Kasten meistens dicht. Natürlich spürt man besonders auch in den kritischen Phasen unsere Fans im Rücken. Ich habe ja in den letzten Jahren schon viele solcher Finalspiele erleben dürfen, aber es ist jedes Mal einzigartig und etwas ganz Besonderes. 5800 Menschen, die uns siegen sehen wollten, uns bedingungslos unterstützten und unsere Arena in ein gelbes Fahnenmeer verwandelten, haben dieses Spiel für uns zu etwas Unvergesslichem gemacht. Trotz unserer zwölf Strafminuten, in denen wir in Unterzahl antreten mussten, hatten wir das Gefühl, eine Frau mehr auf dem Spielfeld zu haben – dank euch! Solange haben wir davon geträumt, den Pokal in den Händen zu halten – gestern wurde er vor einer traumhaften Kulisse Wirklichkeit. Nachdem alle silbernen Medaillen an die Leverkusener Mannschaft verteilt waren, kamen endlich wir an die Reihe.
Nun gehörte die Siegerbühne uns alleine und nachdem jede Spielerin einzeln geehrt wurde, kam endlich die langersehnte Übergabe des Pokals. Als Katja Schülke den Pott in die Höhe riss und goldenes Konfetti auf uns niederregnete, hatten die Emotionen ihren Höhepunkt erreicht. Nach dem Meister-Foto klatschten wir mit den Fans an der Bande ab und schossen natürlich auch das ein oder andere Erinnerungsfoto. In der Kabine wurde dann kräftig weitergefeiert. Aber das würde ich jetzt einfach mal für mich behalten ;-). Bei der Ankunft im VIP-Raum wurden viele von uns erstmal von der Müdigkeit übermannt. Uns ist so ein riesiger Stein vom Herzen gefallen und wenn die zentnerschwere Last erstmal fort ist, die Anspannung schwindet, dann bleibt zunächst die glückliche Erschöpfung. Gott sei Dank konnten wir diese zur späteren Stunde schnell wieder ablegen. Im „Jamboree“ in der Gottschedstraße feierten wir gemeinsam mit unseren Familien, Freunden und Fans den Titelgewinn. Es war eine feucht-fröhliche Party mit viel Gesang und natürlich hatten alle Spielerinnen den gleichen Schmuck umgelegt: Die goldene Medaille baumelte an den Hälsen und wurde bei jeder Gelegenheit stolz präsentiert.
In Stretchlimousinen ging es dann durch die halbe Stadt ins „Kakadu“, einer Karaokekneipe. Bis früh in den Morgen sang und tanzte der harte Kern der Mannschaft. Für uns alle war es ein unvergesslicher Tag mit vielen Eindrücken und Emotionen, die wir in den nächsten Tagen erstmal verarbeiten und realisieren müssen! Sicher werde ich auch morgen früh wieder erst auf meinen Nachttisch schielen müssen, um mich zu vergewissern, dass wir tatsächlich die beste Mannschaft von Deutschland sind.