Leipziger Internetzeitung vom 16.05.2010

HC Leipzig: Meisterstück vor 5.875 Zuschauern

 

Vor der Rekordkulisse von 5.875 Zuschauern lieferten die Handballerinnen des HC Leipzig am Nachmittag in der Arena ihr Meisterstück ab. Im Final-Rückspiel um den deutschen Titel reichte der Jensen-Sieben gegen Bayer Leverkusen ein 22:22 (11:10) zur erfolgreichen Titelverteidigung. Was ist das: Erst rutscht es und dann klebt es? Antwort: Sekt-Pfützen auf dem Handballfeld. Diese gab es nach der Schlusssirene reichlich - überall schoss der prickelnde Trunk aus langen Flaschenhälsen, floss in Kehlen, über Köpfe und in diverse Kragen. Es war vollbracht, der HC Leipzig hatte sich für seine hervorragende Saison selbst belohnt und darf sich nun immer noch oder schon wieder Deutscher Meister nennen.

 

Doch das Rückspiel gegen die Bayer-Mädels war für die Leipzigerinnen ein hartes Stück Arbeit. Zwar konnte der HCL auswärts bereits ein 28:26 vorlegen, aber zwei Tore Vorsprung sind im Handball alles andere als ein Ruhekissen. Prompt gingen die Gäste auch mit 0:1 in Führung, aber Leipzig erwischte trotzdem einen besseren Start, führte nach 7 Minuten mit 4:2. Und dann war da noch Katja Schülke. Die HCL-Keeperin deutete früh an, dass sie heute in Topform ist. Schon den ersten Siebenmeter von Leverkusen fischte sie weg - auf der Gegenseite machte Mette Ommundsen das 5:2 (11. Minute). Doch daran, dass Bayer hier sang- und klanglos untergehen würde, haben wohl selbst die hartgesottensten HCL-Fans nicht ernsthaft geglaubt. Es sollte sich bestätigen. Bayer blieb dran, und nutzte in der 17. und 18. Minute ein HCL-Unterzahlspiel mit drei Toren in Folge perfekt aus: 7:7 – alles wieder offen. Bis zur Halbzeit hatten die Gastgeberinnen zwar immer mal wieder die Nase ein Stück vorn, aber Leverkusen fand darauf die passende Antwort. So war beim 11:10-Pausenstand noch lange nix klar.

 

Was sich allerdings andeutete war, dass die Gäste zum Gewinn des Meistertitels vermutlich drei Tore Differenz benötigen würden. Und sie suchten ihre Chance, kamen hellwach aus der Kabine zurück und überraschten Leipzig mit einer Vier-Tore-Serie - 12:14 in der 41. Minute. Würde das Nervenkostüm des HCL halten? Es hielt: Karolina Kudlacz, Susann Müller und Mette Ommundsen stellten umgehend die knappe Leipziger Führung wieder her (15:14, 48. Minute). Und auch Katja Schülke hielt und hielt und hielt. Bis zur 54. Minute (18:18) ließ sie keinen Rückstand zu. Dann scheiterte Ommundsen mit einem Siebenmeter an Nationaltorhüterin Clara Woltering - der Gegenzug saß - 18:19.

 

Eine Minute später sah Leipzigs Sara Holmgren wegen ihrer dritten Zeitstrafe die rote Karte. Jetzt zerrte Leverkusen noch einmal an den Ketten, ging beim 19:20, 20:21 und 21:22 immer wieder in Führung. Aber Leipzig ließ sich den Titel nicht mehr entreißen, Susann Müllers 22:22 ließ die Schlusssirene schließlich im tausendfachen Jubel untergehen. Der HC Leipzig war wieder Deutscher Meister. Und dann kam der Sekt...

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