Leipziger Internetzeitung vom 17.05.2010

HC Leipzig: "Es ist eine Traum-Mannschaft!"

 

Die Emotionen schwappten über, gestern Nachmittag in der Leipziger Arena. Nach ihrer erfolgreichen Titelverteidigung verwandelte sich der Stress, den die HCL-Spielerinnen in den letzten Monaten auszuhalten hatten, in puren Jubel. L-IZ.de sammelte Stimmen und Fotos für die Galerie.

 

Erst zu Saisonbeginn hatte sie Trainer Heine Jensen aus dem HCL-Juniorteam in die Bundesliga-Mannschaft geholt - und schon kann Luisa Schulze ihren ersten Meistertitel feiern. "Es ist natürlich Wahnsinn, nach einem Jahr schon Deutscher Meister zu sein.", freute sich die 19-Jährige, "Ich bin mit meinem ersten Jahr zufrieden, habe in meinen Einsätzen alles gegeben, und ich denke, das war okay." Im entscheidenden Finalspiel gestern gegen Leverkusen, kam die gebürtige Altenburgerin nicht zum Einsatz, fieberte von der Bank aus mit: "Es war eine tolle Atmosphäre hier in der Halle, die Fans haben super mitgemacht und wir auf der Bank natürlich auch. Wir haben einfach gekämpft und verdient gewonnen." Mit der Meisterfeier ist für Luisa Schulze die Saison jedoch noch längst nicht abgehakt, denn schon am kommenden Wochenende wartet eine weitere Herausforderung auf sie. "Die Saison für Leipzig ist vorbei und wir werden heute schön feiern. Danach geht's aber schon weiter zur U20-Nationalmannschaft." Mit dieser kämpft die 1,90-Meter-Frau zu Pfingsten in Holland um die Qualifikation zur U20-Weltmeisterschaft, die im Juli in Südkorea stattfindet.

 

Mit 1,65 Meter ist Maria Kiedrowski mit Abstand die körperlich Kleinste im HCL-Meisterteam. Dennoch startete sie furios in ihre zweite Bundesliga-Saison - wurde aber im Herbst von einer schweren Knieverletzung außer Gefecht gesetzt. Wie schwer fiel es der quirligen "Riele", das Finale nur von der Tribüne aus verfolgen zu können? "Es ist schon die halbe Saison sehr schwer für mich, nur zuschauen zu müssen, aber heute natürlich noch viel mehr, weil wir ja Deutscher Meister geworden sind.", verriet die 21-Jährige, "Aber schön ist es natürlich, man freut sich mit allen mit. Es ist Wahnsinn - das zweite Mal in Folge Meister - toll! Nächstes Jahr möchte ich aber dabei sein - auf dem Spielfeld!" Schafft sie es, bis zum Saisonauftakt wieder fit zu werden? "Es sieht sehr gut aus.", sagte "Riele", "Ich trainiere mit und denke, es wird kein Problem geben, das erste Spiel der neuen Saison mitzumachen."

 

Ihre erste Saison im Trikot des HC Leipzig hat nun auch Ania Rösler erfolgreich beendet. Die Nationalspielerin kam als spektakuläre Neuverpflichtung vom Pleite-Club 1.FC Nürnberg in die Messestadt. Sie genoss den gestrigen Triumph in vollen Zügen. Buntes Konfetti leuchtete in ihren Haaren und sie gönnte sich einen großen Schluck aus dem XXL-Bierkrug. Trotz bester Feierlaune, hielt die 27-Jährige aber auch mit selbstkritischen Tönen nicht hinter den Berg. "Mit dem Titel bin ich natürlich sehr zufrieden - mit meiner eigenen Leistung aber nicht so sehr. Ich hätte gern besser gespielt, so wie ich es die Jahre zuvor getan habe. Es waren zwar immer Spiele dabei, die gut waren, aber immer auch welche, die nicht so gut waren. Ich erhoffe mir für nächstes Jahr einfach mehr Konstanz." Für ihre Mannschaft hingegen bricht Ania Rösler eine Lanze: "Wir haben zusammen gekämpft und zusammen den Titel gewonnen. Es ist eine Traum-Mannschaft, sowohl menschlich als auch sportlich!" Mindestens noch eine Saison lang kann die in Paris geborene Handballerin mit ihrem Dreamteam auf Torejagd gehen. Verlängerung nicht ausgeschlossen...

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